Vom Start weg expansiv

Im September 1918 erwarb die damalige „Große Leipziger Straßenbahn“ ein erstes Grundstück gleich neben der Haltestelle. Im Jahr darauf konnte es erweitert und zur betrieblichen Nutzung vorbereitet werden. Am 1. Oktober 1924 wurde mit dem Bau von Abstell-Hallenanlagen begonnen. Und nur ein Jahr später ging der fertige Betriebshof als Leipzigs größter Straßenbahnhof in Nutzung. Sieben Jahre darauf ist „Angerbrücke“ die Adresse für 350 Straßenbahnwagen, rund ein Viertel des damaligen Fahrzeugbestands.

Mobilität aus Trümmern

Mit der Stationierung von Straßenbahn-Hilfswagen erreichte die stetige Expansion mitten im zweiten Weltkrieg eine vorerst letzte Steigerung. Nachdem ihr Hauptsitz Richard-Wagner-Straße 1943 durch Bomben zerstört wurde, fand auch die Hauptverwaltung der Verkehrsbetriebe hier für drei Jahre ein Notquartier. Ende April 1945 verkehrte als erste Nachkriegsbahn wieder die Linie 15 aus dem Depot Angerbrücke.

„Bahnhof DSF“

Seit 1950 trug der Betrieb Angerbrücke den Namen „Straßenbahnhof der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft“, im DDR-Kürzel „Bahnhof DSF“. Als einziger Betriebshof neben den Hauptwerkstätten verfügte er über eine eigene Fahrzeug-Lackiererei. 1969 wird der „DSF“ erster Leipziger Tatra-Bahnhof. 20 Jahre danach stellt der Standort mit 50 Kursen 25 Prozent aller Linienzüge der Verkehrsbetriebe.

Fit für die Zukunft

Seit über einem Dreivierteljahrhundert ist der große Betriebshof im Westen ein pulsierendes Zentrum des Leipziger Personennahverkehrs. Damit dies im aktuellen 21. Jahrhundert auch so bleibt, wurden zwischen 2001 und 2005 vielfältige Erneuerungen durchgeführt.